Konzept

HUNDE BEWEGEN – was es damit auf sich hat…

Die letzten 10 Jahre haben mir ein großes Geschenk gemacht. Viele Menschen und Hunde sind in meine „Schule“ gekommen. Einige sind bis heute geblieben, andere hatten „ausgelernt“ und sind ihres Weges gegangen, einige waren enttäuscht und haben laut oder leise einen anderen Weg eingeschlagen. Das große Geschenk, dass mir alle gemacht haben, ist die ERFAHRUNG. Die Entwicklungen, die ich verfolgen und begleiten konnte, die Erfolge, die Rückschritte und die Nicht-Lösungen, all das formte mich. Und immer stärker rückte in der letzten Zeit ein Gedanke nach vorne: Muss es so laufen? Müssen Hunde und Menschen „in die Schule gehen“ und ein Training erleben, dass aus Kursen, Methoden und Diskussionen darüber besteht? Was brauchen Hunde und Menschen heute wirklich?

Im Laufe der Jahre hat sich meine eigene Hundegruppe immer wieder verändert. Neue Charaktere sind hinzugekommen und zeitweise habe ich mich getrieben gefühlt. Habe ich diesem Hund genug beigebracht? Bekommen alle genug Aufmerksamkeit? Bewegung? Hätte dieser Hund nicht tolle Leistungen gebracht in diesem oder jenem Hunde“sport“, in der Jagd oder in der Dummyarbeit, oder, oder, oder… Kennt Ihr auch diese Zweifel?

Dann gucke ich sie mir alle an, die verrückten 8. Wie sie hier gerade auf dem Sofa dösen und sich entspannen. Entspannen, weil ich einfach da bin. Denn das bin ich nicht immer. Dann tun sie unvollständig, klauen Sachen aus der Küche oder fressen die Kissen an. Sie träumen nicht vom nächsten Kurs. Sie träumen davon, dass ich da bin. Ich habe lange gebraucht, bis ich das in seiner Schlichtheit sehen konnte.

Wenn wir spazieren gehen, sind sie zufrieden. Sie rennen, schnüffeln, gucken, was ich mache. Keiner möchte zurückbleiben, alle möchten mit. Natürlich wollen sie jagen gehen, es sind ja Hunde. Da müssen wir einen Kompromiss finden. Das tun wir auch. In der Gruppe sind wir gemeinsam in Bewegung und checken die Lage – mehr nicht. Das ist unser Spazierengehen. Wenn wir nach Hause kommen, sind sie zufrieden. Das waren sie schon immer und das habe ich auch immer gesehen. Was ich aber erst lernen musste – nur wenn wir gemeinsam alle in Bewegung sind, sind wir ausgeglichen.

Sie leben zu acht. Das haben sie sich nicht ausgesucht. Sie sind gewachsen über die Jahre und mit mir. Es gibt Spannungen ja. Die gibt es immer da, wo mehrere zusammen leben und Kompromisse machen müssen. Es hat Zeiten gegeben, in denen wir wenig oder gar nicht spazieren waren. Und schon gar nicht alle gemeinsam. Das waren Zeiten, in denen ich nicht in Balance war. Keine Zeit hatte, andere Sachen wichtiger waren. In denen sich drei hin und wieder gebissen haben.

Die Bewegung hat uns „geheilt“. Sie war der wesentliche Schlüssel zum Erfolg. Denn auf unseren Spaziergängen konnte ich all das einbringen, was für uns wichtig ist. Gemeinsame Zeit. Aufmerksamkeit für jeden Einzelnen. Orientierung geben in stürmischen Zeiten. Ein Gleichgewicht etablieren, in dem rumpelige Labbis mit zerbrechlichen Fußhupen in Bewegung sein können. Mehr brauchte es nicht.

Wenn wir zu Hause sind, sind viele Dinge nicht so wichtig. Es muss nicht alles geregelt sein und ja, sie essen manchmal vom Tisch. In der Bewegung liegt unsere Balance und die trägt in unserer restliches Leben fort.

Seit vielen Jahren laufen wir auch auf unseren Rudelspaziergängen in größeren Gruppen. Manche Hunde brauchten Monate, bis sie dort entspannen konnten. Mein Credo war immer: „wir laufen alle in die gleiche Richtung und dann läuft sich das zurecht“. Und das tat es auch. Natürlich hat jeder Mensch, der diese Möglichkeit wahrgenommen hat, zunächst einiges verkraften müssen. Jeder auf seine Weise. Der eine musste lernen, zuzulassen. Nähe zu anderen Hunden, zu anderen Menschen. Der andere musste lernen, sich gerade zu machen. Für seinen Hund. Oder auch gegegenüber seinem Hund. Die Bewegung war der Schlüssel zum Erfolg. Sie hielt alles im Fluss. Sie glich aus, wenn es mal zu eng wurde. Sie entspannte, wenn einer Energie loswerden musste.

In den Jahren habe ich mit vielen Menschen „bewegende“ Momente erlebt. Der erste Hundekontakt seit langem. Das Gefühl, einfach willkommen zu sein mit dem „was auch immer“ Hund. Abschiede, die besonders schmerzten, wenn ein Hund viel zu früh ging. Die große Freude, dieses oder jenes endlich geschafft zu haben. Die Hunde bewegten uns und sie bewegten sich untereinander. Sie öffneten Türen, wo keine ersichtlich waren. Sie dösten einfach rum, wenn wir gestresst waren. Sie verabschiedeten sich in den Wald, wenn wir nicht präsent waren. Einfach so!

All diese Momente führten dazu, wo ich heute stehe. Die „Schule“ – sie passt nicht mehr zu mir. Ich gebe anderes. Das Leben mit Bauchgefühl, mit Leichtigkeit und mit Zeit – das ist das, was ich geben kann. Die kleine Dinge sehen. Seinen Hund so nehmen, wie er ist. Darauf aufbauen und eine Balance finden – das ist HUNDE BEWEGEN. Wir laufen, wir gehen, wir sind in Bewegung. Wir machen das als Mensch und Hund und unter Hunden.

In Bewegung sein heißt auch, in Kontakt kommen – mit uns selbst, mit unserem Hund, mit anderen Menschen. Ich denke, da steckt alles drin, was Hunde und Menschen heute brauchen. Mit HUNDE BEWEGEN lade ich Dich dazu ein ;-).

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